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Lippenstift 2.0

Web 2.0 und Social Media sind Schlagworte, die seit einiger Zeit aus dem medialen Umfeld nicht mehr wegzudenken sind. Die Revolution des Web 2.0 - der Internetanwender wurde vom bloßen Nutzer um aktiven Macher - hat nicht nur das Super-Erfolgskonzept Wikipedia hervorgebracht, sondern zeichnet auch für die Myriade von Blogs verantwortlich, die zu jeder denkbaren Themenstellung Antworten und Meinungen liefern.

Auf den Technologien des Web 2.0 basieren die Social Media - Andreas Kaplan und Michael Haenlein haben den Begriff folgendermaßen definiert: "a group of Internet-based applications that build on the ideological and technological foundations of Web 2.0, and that allow the creation and exchange of User Generated Content." (1) Wir bewegen uns also weg vom Monolog, sondern können unser Informationsbedürfnis im Austausch mit anderen Nutzen stillen.
Dass sich dabei Interessengemeinschaften bilden, die durch ähnliche Hobbies und Neigungen zusammengeführt werden, ist eine unvermeidliche Folge.

Diese Netzwerke können dementsprechend nicht nur auf den Erfahrungsschatz eines Mitglieds zugreifen, sondern im besten Fall das Wissen aller allen zugänglich machen - die Bandbreite ist dabei unüberschaubar, zahlreiche Wikis dokumentieren das Wissen von Internet-Usern zu den unterschiedlichsten Bereichen, Foren-Communities geben Tipps zu Erziehungsfragen, Auto-Tuning oder dem Anbau von Cannabis.

An einer Schnittstelle befindet sich vielleicht die Seite Pinkmelon, die sich Beauty-Fragen verschrieben hat. Laut Selbstbeschreibung ein "unabhängiges Testportal" setzt sich der Content aus News-Bereichen, einer Foren-Plattform und einer Test-Sektion zusammen, in der angemeldete Mitglieder Testberichte zu verschiedenen Make Up-Produkten online stellen. Die Testerinnen erhalten ihre Produkte teilweise von den Betreibern der Plattform, teilweise sind es privat gekaufte Produkte, die rezensiert werden.
Es handelt sich also um ein Portal, dass "herkömmliche" Informationen verbreitet (die News stammen zum Beispiel aus Pressemitteilungen oder Newslettern), sowie einen großen Fokus auf den User Generated Content legt, in Form der Testberichte der Mitglieder.

(1) Quelle: Kaplan, Andreas M./ Haenlein, Michael (2010): Users of the world, unite! The challenges and opportunities of Social Media. In: Business Horizons 53(1), S. 59 - 68.